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Ärgermanagement (EI – Technik 4)

Die Emotionale Intelligenz baut auf vier Grundfähigkeiten auf: die Selbsterkenntnis, Der Umgang mit den eigenen Gefühlen, die Empathie und die soziale Kompetenz. Die ersten beiden Säulen sind die Grundlage für die beiden anderen, da die Kenntnis der eigenen Gefühle und der adäquate Umgange mit ihnen die Empathie sowie weitere soziale Fähigkeiten fördert. Ein Gefühl, das oft ein Hindernis für die innere Gelassenheit sowie stabile, positive Beziehungen zu anderen ist, ist der Ärger (Wut/ Zorn...).

Wütend Bilder

In der Selbstbeobachtungsphase habt ihr bereits die Gefühle identifizieren können, die für bei euch häufig Unwohlsein auslösen. Für die einen ist es am häufigsten Angst oder Nervosität, Traurigkeit für andere ist es und eine andere Gruppe wird verärgern. Zorn, wie auch der Ärger, der Neid, usw. entstehen oft in Momenten in denen wir meinen eine Ungerechtigkeit wahrzunehmen oder zu erleben. Aber wird das Gefühl direkt von dem Ereignis ausgelöst? Nein, was uns wütend macht ist immer unsere eigene Interpretation des Geschehens. Wenn dieses nicht im EInklang mit unserer Erwartungshaltung steht, dann interpretieren wir es als nicht adäquat oder unfair, und dadurch entsteht in unserem Verstand ein Konflikt zwischen dem, wie etwas sein soll und wie es ist.

Beispiel 1: Der Partner/ die Partnerin lässt seine/ihre schmutzige Kleidung auf dem Boden liegen. (Interpretation: Ich habe ihm/ ihr schon so oft gesagte, dass es mir wichtig ist, dass die Wohnung ordentlich ist. Er/ Sie nimmt mich nicht ernst (wenn er/ sie mich ernst nehmen würde, würde er/ sie das nicht machen))

Beispiel 2: Die Kellnerin bringt eine schmutzige Speisekarte, sie braucht sehr lange, bis sie an den Tisch kommt und vergisst dann die Hälfte der Bestellung. (Wie gut funktionieren kann, in einem anständigen Restaurant sollte so etwas nicht passieren (in einem anständigen Restaurant sollte …))

So sind es ua. unsere Erwartungshaltungen, die negative Gefühle auslösen können, wenn sie unerfüllt bleiben. Deshalb ist es sehr interessant zu wissen, welche Gedanken einem kurz vor der gefühlten Emotion durch den Kopf gehen.

Zu Beginn dieser Woche sei möglichst ehrlich zu dir selbst und versuch herauszufinden, welche Erwartungen du an die unterschiedlichen Personen in deiner Umgebung hast, erstell eine Liste. (Beispiel)Exercise Ergebnisbild

Jeder soll mich mit Respekt behandeln: Jeder soll mich grüßen, freundlich mit mir umgehen, seine/ ihre Emotionen kontrollieren, jeder soll…

Mein Partner soll offen seine Zuneigung zeigen, mich ins Restaurant einladen …

Person X bei der Arbeit soll

Zu Hause soll Person y …

 

Wenn du im Laufe der Woche Wut, Ärger oder ein anderes negatives Gefühl bemerkst (Angst/ Traurigkeit etc.) frag dich: Exercise Ergebnisbild

Bin ich wütend, weil ich denke / das Gefühl habe, dass Person xy meine Erwartungen nicht erfüllt?

Wenn die Antwort ja ist, stell zuerst deine Interpretation der Situation in Frage. Im Beispiel 1 geht die Person davon aus, dass ihr Partner sie/ ihn nicht ernst nimmt, weil Kleidungsstücke auf dem Boden liegen. Je nach dem kann das ein voreiliger Schluss sein (andere Interpretationen sind möglich: Vielleicht hatte er/ sie es einfach sehr eilig etc.).

Wenn es keinen Spielraum für Fehlinterpretationen gibt, frage dich, ob es sich lohnt, diese Erwartung aufrecht zu erhalten oder ob du sie aufgeben kannst um langfristig weniger Ärger zu empfinden.

Wenn du diese Erwartungshaltung nicht aufgeben kanns, weil sie Teil deiner Bedürfnisse und Prinzipien ist, frage dich wie du in der Zukunft die Situationen, die deine eigenen Bedürfnisse und/ oder Prinzipien verletzten vermeiden kannst. Oftmals reicht eine respektvolle Unterhaltung um die belastende Situation aufzulösen. Lass dich dabei nicht von deinem Ärger dazu verleiten unsachlich zu werden, versuch so gelassen wie möglich zu bleiben, mit dem Wissen im Hinterkopf, dass wir Veränderungen in unserem Umfeld zwar erfragen aber nicht erzwingen können. Die letzte Lösung ist immer, die Verantwortung für das eigene Wohlergehen zu übernehmen und Abstand zu nehmen von jenen Ereignissen oder Personen, die negative Gefühle auslösen.

Wie wir in aufgebrachten Situationen gelassen bleiben sehen wir nächste Woche.

Das Programm kann natürlich keine individuelle Therapie ersetzen. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Gefühle dich übermannen, oder du sehr viele negative Gedanken während der Selbstbeobachtung bemerkst, bitte kontaktiere mich oder einen anderen Pychologen oder Psychotherapeuten deiner Wahl.

Melanie Gramer

 

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